Murger Mitte
 
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Drahtseilfähre

Drahtseilfähre

Seit dem Mittelalter bis 1914 bestand eine Fährverbindung zwischen Kaisten und Murg.
Die Aufnahme entstand um 1910, im Vordergrund die Drahtseilfähre. Der Anlandeplatz in Murg war beim sogenannten "Bündtenacker".

 

Viele Jahrhunderte lang war der Strom ein wichtiger Verkehrsweg. Schiffe und Flöße waren unterwegs. Zwischen Murg und Kaisten kreuzte seit dem Mittelalter eine Fähre den Rhein. 1914 wurde dieser Fährverkehr eingestellt.

Die "Fahr zu Murg" wird zum ersten Mal im Jahre 1428 erwähnt. Sie gehörte dem Stift Säckingen, dem die Flusshoheit seit jeher zustand und wurde als Lehen vergeben. Der Fährmann, der sogenannte "Fähr", besass das Überfahrtsrecht. Mit der Aufhebung des Stiftes Säckingen im Jahr 1806 ging das Rheinüberfahrtsrecht an das badische Domänenamt und später an die Gemeinde Murg.

 

Im 19. Jahrhundert begann der Aufschwung der Textilindustrie auf der deutschen Seite des Hochrheins, wodurch wertvolle Arbeitsplätze entstanden. Die Murger Fähre brachte Arbeitskräfte aus der Schweiz tagtäglich über den Rhein und zurück. Mit der Verbesserung der Straßen und dem Bau der Eisenbahnen ab Mitte des 19. Jahrhunderts nahm die Bedeutung der Schifffahrt und der Flößerei immer mehr ab.

Die Fähre hielt sich dennoch erstaunlich lange. Um das Jahr 1900 wurden die Fährweidlinge durch eine Seilfähre für den Personenverkehr ersetzt. Die Nutzung ging jedoch stark zurück. Das endgültige Aus für die Murger Fähre kam mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914, als die Schweizer Seite das Seil kappte.
 

In Murg erinnern die Fährstraße sowie die Fasnachtsclique "Fährigeister" auch heute noch an die Murger Fähre. Auf Kaister Seite sind es der Flurname Murger Fahr (Platz wo man überfährt und landet) und eine Umlenkrolle an der Böschung, 500 Meter rheinabwärts von dieser Stelle.

Fährigeister der Narrenzunft Murg
Anlandungsplatz Bündtenacker
Konzession